Meldomat – der unabhängige Mängelmelder

Status: Umsetzung

Ein kaputtes Pflaster, wilder Müll, eine Laterne, die seit Wochen dunkel bleibt: Fast jeder sieht solche Mängel, aber kaum jemand meldet sie. Möglicherweise muss das einfacher möglich sein. Meldomat nimmt die Meldung in wenigen Sekunden entgegen, leitet sie an die zuständige Stelle weiter und hält sie öffentlich nachvollziehbar fest.

Worum geht es bei Meldomat?

Meldomat ist ein zivilgesellschaftlicher Mängelmelder, der unabhängig von Kommunen betrieben wird. Wer einen Missstand bemerkt, beschreibt ihn in wenigen Worten, ergänzt auf Wunsch ein Foto und schickt die Meldung ab. Um alles Weitere kümmert sich Meldomat.

Der Nutzen hängt nicht davon ab, ob eine Verwaltung freiwillig mitmacht: Jede Meldung bleibt als öffentliches Ticket mit eigener Nummer und Adresse einsehbar. So ist belegbar, was wann an wen gemeldet wurde, auch wenn keine Antwort kommt.

So funktioniert eine Meldung

  1. Melden: kurze Beschreibung, eine Kategorie aus Bürgersicht und optional ein Foto. „Sonstiges“ ist vorausgewählt, damit niemand mangels passender Kategorie abbricht.
  2. Ort bestimmen: Der Standort kommt aus dem Foto. Das Formular fragt nur dann nach dem Ort, wenn er fehlt.
  3. Zuständigkeit ermitteln: Der Ort bestimmt die Kommune, die Kategorie die Fachstelle. Ist keine bekannt, geht die Meldung an die allgemeine Adresse der Kommune.
  4. Ticket anlegen: Die Meldung erhält eine Nummer und eine eigene Internetadresse.
  5. Prüfen: Jede Meldung wird vor der Veröffentlichung von Hand geprüft, nie vollautomatisch.
  6. Zustellen und veröffentlichen: Nach der Freigabe geht die E-Mail an die Kommune, und das Ticket wird öffentlich. Ein QR-Code führt direkt zur Ticketseite.

Grundprinzipien

  • Kein Nutzerkonto nötig. Eine Meldung ist ohne Anmeldung möglich.
  • Foto ist freiwillig. Drei Worte können genügen.
  • Datensparsamkeit. Kontaktdaten sind optional. Sie gehen ausschließlich in die E-Mail an die Fachstelle, werden nicht dauerhaft gespeichert und erscheinen nie auf der öffentlichen Ticketseite.
  • Transparenz statt Tracking. Tickets sind öffentlich, aber einzelne Nutzerinnen und Nutzer werden nicht verfolgt.
  • Moderation durch Menschen. Eine KI darf höchstens vorsortieren, nie allein freigeben.
  • Schutz vor Missbrauch. Das Meldeformular nimmt höchstens fünf Meldungen pro Stunde an.
  • Für unterwegs gebaut. Die meisten Mängel fallen unterwegs auf, deshalb ist Meldomat auf das Smartphone ausgelegt.
  • Einfache Sprache, barrierefrei. Die Oberfläche soll durchgehend in einfacher Sprache gehalten und vollständig mit Screenreadern bedienbar sein (ARIA).
  • Übersetzung in beide Richtungen. Der Text der Bürgerin oder des Bürgers wird für die Fachstelle in eine passende Form gebracht. Verwaltungssprache im Ticketstatus wird wieder in verständliche Worte übersetzt.

Technik

Meldomat entsteht mit Laravel und Livewire. Die Daten liegen in PostgreSQL mit der Geodaten-Erweiterung PostGIS, Zuständigkeiten ergeben sich aus amtlichen Geodaten, die Karten stammen aus freien Kartendaten (VersaTiles). Geplant ist eine öffentliche Schnittstelle im Open311-Format, damit sich Meldomat mit bestehenden Systemen und Apps verbinden lässt.

Aktueller Stand

Meldomat befindet sich in der Umsetzung. Das Konzept, der Prozessablauf und das Datenmodell stehen, die technische Grundlage ist aufgebaut. Als Erstes soll Wuppertal als Testgebiet starten, danach ist ein modularer Ausbau auf weitere Kommunen in Deutschland vorgesehen.

Noch offen sind:

  • die Kategorien für den Start,
  • die Zuständigkeiten in Wuppertal,
  • das Werkzeug für die Moderation.